Scheffel

Victor von Scheffel & Frankenlied

Der Dichter, der die "Lande um den Main" beschrieb: Victor von Scheffel

Er ist der Dichter, der ganz Franken ein dichterisches Denkmal gesetzt hat, das später als Frankenhymne weithin bekannt werden sollte: Victor von Scheffel. Berühmtheit erlangte der Jurist aber nicht durch seine juristische Tätigkeit, sondern als Schriftsteller und Dichter, beispielsweise mit dem Roman „Trompeter von Säckingen“. Die „stromdurchglänzte Au“ um Bad Staffelstein, insbesondere der Staffelberg und Kloster Banz, wurden durch das Frankenlied „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“, das er 1859 im Gottesgarten am Obermain dichtete, überregional bekannt und somit für den Fremdenverkehr deutschlandweit entdeckt. Das Gedicht wurde 1870 von Valentin Becker vertont und ist heute die Frankenhymne schlechthin.

Mit dem Zug traf der 1826 geborene Scheffel am 11. Juli 1859 in Lichtenfels ein, zu Fuß gelangte er hinauf nach Schloss Banz. Scheffel sei damals „schwermütig“ gewesen, wird berichtet, der Aufenthalt sollte seiner seelischen und körperlichen Gesundung dienen, stand er doch vor der Entscheidung, ob er zurück ins Beamtendasein gehen oder sich als Schriftsteller verdingen sollte. So wollte er bei schönstem Sommerwetter allein die Natur auf sich einwirken lassen und unternahm ausgedehnte Wanderungen nach Staffelstein, zur Eremitenklause auf dem Staffelberg, zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, zur Steglitz und in die Fränkische Schweiz. 1897 erinnerten sich Tochter und Sohn der Wirtsleute Schonath, dass sie mit Scheffel oft wandern mussten und einmal für die Führung auf die Steglitz einen blanken Taler vom „langen hageren Herrn Doktor Scheffel“, wie sie ihn nannten, erhielten. Die heitere Zeit in Banz und Umgebung bot dem nicht immer vom Glück verwöhnten Dichter die Möglichkeit, sein Leben neu zu überdenken und auszurichten.
Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Heimatliteratur durch historisierende Erzähler und Dichter einen nachhaltigen Aufschwung. Man spricht von der sogenannten „Butzenscheibenromantik“. Die Werke fanden großen Anklang im Bürgertum. 1876 wurde Scheffel in den Adelsstand erhoben. Er starb am 9. April 1886 in Karlsruhe. Der Staffelsteiner Bezirksamtmann Badum stellte mit dem Scheffel-Museum in seinem Privathaus eine Sammlung vor- und frühgeschichtlicher Fundstücke zusammen, aus der schließlich das heutige Stadtmuseum hervorging.
Zu Scheffels 125. Todestag im Jahr 2011 wurde ihm zu Ehren eine eigene Museums-Abteilung eingerichtet.

Frankenlied von Victor von Scheffel (1859)

Das Frankenlied gesungen von der Klampfengruppe Bad Staffelstein!

Scheffel
 

vertont von Valentin Eduard Becker (1870)

 
 

Wohlauf die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muss rosten;
den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten.
Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren,
ich will zur schönen Sommerszeit ins Land der Franken fahren.
Vallerie, vallera, vallerie, vallera ins Land der Franken fahren.

Der Wald steht grün, die Jagd geht gut, schwer ist das Korn geraten;
Sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen.
Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines;
der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines.
Vallerie ...

Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten;
hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten.
Wie gerne wär´ ich mitgewallt, ihr Pfarr` wollt mich nicht haben.
So musst ich seitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben.
Vallerie ...

Zum heil´gen Veit von Staffelstein komm` ich emporgestiegen;
und seh´ die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen.
Vom Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel
die breite, stromdurchglänzte Au – ich wollt´, mir wüchsen Flügel.
Vallerie ...

Einsiedelmann ist nicht zu Haus, dieweil es Zeit zu mähen;
ich seh´ ihn an der Halde drauss bei einer Schnittrin stehen.
Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gib uns zu trinken!
Doch wer bei schöner Schnittrin steht; dem mag man lange winken.
Vallerie ....

Einsiedel, das war missgetan, dass du dich hubst von hinnen!
Es liegt, ich seh´s dem Keller an, ein guter Jahrgang drinnen.
Hoiho! Die Pforten brech´ ich ein und trinke, was ich finde.
Du heil´ger Veit von Staffelstein, verzeih mir Durst und Sünde.
Vallerie ...

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