KONSTANTIN WECKER

Bereits mit acht Jahren steht er als Knabensopran auf der Bühne, als Student der Philoso-phie und Psychologie singt und spielt er in „Jesus Christ Superstar“ mit, beginnt gleichzei-tig seine Karriere als Schauspieler. Mit 26 nimmt er seine erste LP auf und erscheint erst-mals auf der Bühne der „Lach- und Schießgesellschaft“. Er ist Mitbegründer von Rockgruppen und vielseitiger Pianist und Arrangeur. Mitte der Siebziger Jahre beginnen seine Deutschlandtourneen, begleitet von allen wichtigen Auszeichnungen der Szene für seine Bühnenpräsenz und die in dichter Folge erscheinenden Langspielplatten. Sein erstes Buch erscheint, musikalisch arbeitet er mit Reiner Schöne, Hanns Dieter Hüsch und anderen großen Kollegen zusammen, die Zusammenarbeit mit den Regisseuren Michael Verhoeven und Margarethe von Trotta erweist sich als besonders erfolgreich. 1980 tourt er in den Nie-derlanden und Skandinavien, läßt sich selbst in der Toscana nieder, es folgen Tourneen durch Österreich und immer wieder neu durch Deutschland. Er konzertiert u.a. gemeinsam mit Joan Baez und Bettina Wegner, schreibt zahlreiche Bücher und komponiert Theatermu-siken für wichtige Inszenierungen klassischer Stücke von Brecht und Goethe und Schiller. Neben zahlreichen weiteren Film- und Fernsehrollen und neuen Büchern, neben Tourneen in die Türkei und Lateinamerika finden seine kritischen und engagierten Texte sogar Ein-gang in wissenschaftliche Untersuchungen an der New Yorker Universität und an anderen Hochschulen. Alleine oder mit kleinem Ensemble gastiert er an den größten Bühnen Deutschlands und Österreichs, wird immer neu ausgezeichnet, komponiert immer neue Film- und Fernsehmusiken, komponiert Musicals. 2003 führt ihn sein unermüdliches Enga-gement für den Frieden u.a. in den Irak,  dafür und für sein Umweltengagement wird er ausgezeichnet. Tourneen – insbesondere gemeinsam mit Jo Barnikel, das Erscheinen neuer Bücher und CD-Produktionen, Filmrollen, Preisverleihungen, die Komposition von Musiken für neue Filme lösen sich in dichter Folge ab.

Er wurde am 1. Juni 1947 in München geboren, lebt und arbeitet in München und Italien (Toscana).
 
Klavierunterricht ab 1953, später auch Geige und Gitarre. Knabensopran im Rudolf-Lamy-Kinderchor ab 1955, Solist bei Plattenaufnahme der Filmmusik „Heimat, deine Lieder“, Mitwirkung in einer Kinderoper von Britten (Staatstheater am Gärtnerplatz, München). Ers-te Ausreißversuche von daheim – Ideal vom Leben als „freier Dichter“. Abitur am There-sien-Gymnasium München; Musikhochschule und Universität München. Gründungsmitglied der Rock-Soul-Gruppe „Zauberberg“ (1971), Annas und Judas bei der deutschsprachigen Tournee von „Jesus Christ Superstar“ (1972). 1973 erste Auftritte in der Münchener Lach- und Schießgesellschaft,  erste LP: „Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker“. Seither zahlreiche Konzerte und Tourneen im deutschsprachigen Raum, vielfach solo, von 1976 bis 1985 mit dem „Team Musikon“, 1983 mit Joan Baez und Bettina Wegner, von 1986 bis 1993 mit Band (Wolfgang Dauner, Charlie Mariano u. a.), 1988 mit Joan Baez und Mercedes Sosa, von 1994 bis 1996 als „Quartett“, von 1997 bis 2004 mit neuer Band rund um Gerd Baumann, 2000, 2001 und 2003 mit Hannes Wader, „Am Fluss-ufer“ ab 2005 mit Norbert Nagel, Jo Barnikel und Hakim Ludin, „Zugaben“ 2007 mit Jo Barnikel, Hakim Ludin und Lenz Retzer.
 
Auszeichnungen, u. a.:  Deutscher Kleinkunstpreis (1977), Stern des Jahres der Abendzei-tung München (1977), Deutscher Schallplattenpreis (1978), Südwestfunk Liederpreis (1985, 1990 und 1993), Kurt Tucholsky Preis (1995), Radio Regenbogen Award (2000), Weltmu-sikpreis RUTH (2006), Erich Fromm Preis (zusammen mit Eugen Drewermann) (2007)
 
Filmmusiken, u. a.: Die weiße Rose (1982), Kir Royal (1986), Schtonk (1992), Ein Mann für jede Tonart (1992), Die Spur der roten Fässer (1995), Ärzte: Dr. Schwarz & Dr. Martin (1994/1996), In der Mitte eines Lebens (2003), Apollonia (2005) und Gipfelsturm (2007)
 
Musicals, u. a.: Jim Knopf & Lukas, der Lokomotivführer (1999), Schwejk it easy (2001), Das Dschungelbuch Musical (2002), Hundertwasser Musical (2004), Ludwig2 (2005)
 
Bücher, u. a.: Eine ganze Menge Leben (1978), Uferlos (1992), Politisch nicht correct (2001), Der Klang der ungespielten Töne (2004), Schon Schweigen ist Betrug – die kom-pletten Liedtexte, Neuauflage (2005), Die Kunst des Scheiterns (2007)
 
Schauspieler, u. a.: Die Autozentauren (1972), Peppermint Frieden (1983), Tatort „Blue Lady (1990), „1945“ (1994), Ärzte: Dr. Schwarz & Dr. Martin (1994/1996), In der Mitte eines Lebens (2003), Apollonia (2005), Mozart – Ich hätte München Ehre gemacht (2006)

Bei den Songs im Juli 2009 gehörte der Auftritt von Konstantin Wecker zum Höhepunkt des Festivals. Der Bayerische Rundfunk überlegt in diesen Wochen, ob aus dem unfangreichen Material des Auftritts ein Spezial produziert wird.

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