Die Chronik der Adam Riese Stadt
Auf der Hochfläche dieses Berges ist seit der Steinzeit menschlicher Aufenthalt nachgewiesen. Etwa in der Mitte des 3. Jahrtausends vor Christus war der Berg erstmals ständig besiedelt und befestigt. Im letzten vorchristlichen Jahrhundert wurde auf ihm eine keltische Stadt- ein „oppidum“ – errichtet, das der Geopraph Claudius Ptolemäus im 2. nachchristlichen Jahrhundert unter dem Namen Menosgada erwähnt hat. Kurz vor der Zeitenwende dürfte es aufgegeben worden sein, als die Kelten abgewandert und den Germanen gewichen waren. Zur Zeit von Christi Geburt bestand eine frühgermanische Siedlung unterhalb des Staffelberges.
Die Stadt Bad Staffelstein liegt am oberen Main unterhalb eines der bedeutendsten vor- und frühgeschichtlichen Siedlungsplätze in Bayern: des Staffelberges.
Um 800 wird Staffelstein erstmals genannt. Aus adeligem Besitz gelangte es um 850 an das Benediktinerkloster Fulda, das für etwa zwei Jahrhunderte der bestimmende Herr des Ortes blieb. Die Pfarrei ist, wie das alte Kilianspatrozinium der Stadtpfarrkirsche bezeugt, eine bischöfliche Gründung wohl des 9./10. Jahrhunderts. Im Laufe des 11. Jahrhunderts kam Staffelstein an das 1007 durch den hl. Kaiser Heinrich II. gegründete Bistum Bamberg, genauer: an das Bamberger Domkapitel, das bis 1803 Stadtherr war.
König Lothar III. verlieh den Georgsbrüdern – d.h. den Kapitularen des Bamberger Domes - während eines Aufenthaltes in Bamberg 1130 die Markt-, Bann- und Zollgerechtigkeit für ihren Ort am oberen Main. Die Urkunde wurde in der Andreaskapelle, dem kleinen Zentralbau, dessen Reste an der Ecke der Alten Hofhaltung gegen den Dom noch zu sehen sind, feierlich überreicht. Bei der Trennung des Besitzes von Domkapitel und Dompropstei 1416 wurde Staffelstein allein ersterem zugesprochen. Im Jahre 1418 ist es als Stadt mit vier Toren genannt, 1422 gewährte der Bamberger Fürstbischof Friedrich III. von Aufseß die Erlaubnis, die Stadt zu befestigen.
Ein Brand wütete 1473, als der Ritter Ulrich von der Weiden in einer Fehde die Stadt überfiel und brandschatzte. Im Dreißigjährigen Krieg nahmen schwedische Truppen am 7. Februar 1633, in der „Blutfastnacht“, Staffelstein ein; die Bevölkerung beklagte 113 Tote, die Vorstadt sank in Trümmer. Im folgenden Jahr forderte die Pest 400 Opfer. Die verheerende Feuersbrunst vom 5. Juli 1684 verschonte nur wenige Gebäude, vor allem die Pfarrkirche. Vergebens hatte Vogt Brückner versucht, in seinem Anwesen am Marktplatz glimmendes Heu mit einer Maß Bier zu löschen. Bald stand das Haus in hellen Flammen, und fast die ganze Stadt wurde vernichtet. Das heutige Stadtbild ist weitgehend das Ergebnis des Wiederaufbaues nach 1684.
Bekannt geworden ist Staffelstein durch sein historisches Stadtbild, seine Lage am Fuße des Staffelberges sowie nahe an Banz und Vierzehnheiligen, vor allem aber auch als Heimatort des Rechenmeisters Adam Riese (eigentlich: Ries), der 1492 hier geboren wurde. Das Geburtshaus ist nicht genau bekannt. Nähere Auskünfte
Joseph Victor von Scheffel setzte der Stadt und dem schönen Land am Obermain eine volkstümliches Denkmal mit seinem Frankenlied „Wohlauf die Luft geht frisch und rein...“ (1859). Liedtext
Ein neuer Abschnitt in der Geschichte Staffelsteins begann 1975, als in einer Tiefe von 1600 m die Thermalsolequelle erschlossen worden ist – mit einer Temperatur von über 50° die wärmste eisen- und kohlensäurehaltige Sole in Bayern.
Mit der Eröffnung der Obermain Therme 1986 wurde Staffelstein für den Tourismus neu entdeckt. Steigende Betten und Übernachtungszahlen folgten. 1999 öffnete der Kurpark mit den Gradierwerken und der Seebühne seine Pforten.
Die Bemühungen der Stadt um den kontinuierlichen Ausbau des Fremdenverkehrs und die erfolgreiche Stadtentwicklung erreichten am 15. November 2001 ihren Höhepunkt: In Anerkennung der Leistungen wurde der Stadt Staffelstein der Titel „Bad“ zugesprochen.









