Der Rechenmeister Adam Riese

Berühmtester Sohn der Stadt ist der Rechenmeister Adam Riese, der hier 1492 geboren wurde.

Rechenbuch



* 1492 in Bad Staffelstein (Franken)
† 1559 in Annaberg (Erzgebirge)

 
Adam Ries(e) wurde 1492 in Staffelstein geboren. Zeitgenossen waren Hans Sachs, Albrecht Dürer, Martin Behaim, Martin Luther, Nicolaus Copernicus.
Vom Vater Conntz Ries weiß man, aus Quellen, dass er Häuser, eine Mühle und einen Weinberg besaß und zweimal verheiratet war. Adam Ries entstammt der zweiten Ehe.
Adam Riese hatte zwei Halbbrüder und eine Halbschwester aus der ersten Ehe seines Vater sowie drei Vollschwestern und einen Bruder, Conrad. Der Vater starb vermutlich 1506, die Mutter Eva nicht lange nach ihrem Sohn Adam. Über seinen Schulbesuch ist nichts Sicheres bekannt. Wir wissen nur aus seiner späteren wissenschaftlichen Tätigkeit, dass er Latein, die damalige Sprache der Gelehrten verstand.Denkbar ist, dass Adam Ries bei einem Geistlichen der Stadt eine Art Privatunterricht in Latein erhalten hat. 1509 hält er sich mit seinem Bruder Conrad in Zwickau auf. Conrad besucht in Zwickau die hochangesehene Lateinschule. 1518 wird Ries in Erfurt sesshaft, sein 1. Rechenbuch "Rechnung auff der liniehen" wird fertiggestellt.
 
Wappen Adam Riese
 
1522 wird sein 2. Rechenbuch "Rechnung auff der liniehen und federn" bei Mathes Maler in Erfurt gedruckt. 1522/23 Übersiedlung nach Annaberg im Erzgebirge, 1524 Abschluss der Arbeiten an der "Coß" (Lehrbuch der Algebra). 1525 Hauskauf in der Johannisgasse, Heirat von Anna Lewber und Ablegen des Bürgereids. Ab 1525 Rezeßschreiber in Annaberg, damit beamter "Bergmann von der Feder".
1525: die zweite Auflage des 1. Rechenbuches wird gedruckt, so auch die zweite Auflage des 2. Rechenbuches. 1536 erscheint sein Buch " Ein gerechnet Büchlein", die sogenannte Brotordnung, dass das "gemeine Volk" vor Betrug durch Kaufleute schützen soll. 1539: Ernennung zum "Kurfürstlichen Sächsichen Hofarithmeticus". 1550 veröffentlicht Ries sein 3. Rechenbuch "Rechenung nach der lenge, auf den Linihen und Feder", das unter dem Namen "Praktica" berühmt wurde. Ries(e) verstirbt 1559 in Annaberg

Ries(e) hat durch seine Rechenbücher dem einfachen Volk Einblick in die Bedeutung und Anwendbarkeit der Mathematik in den Bereichen des täglichen Lebens: einkaufen, verkaufen, vergleichen der Gewichtsmaße (Venedig, Nürnberg, Köln) Fracht und Fuhrlohn, vom Gewinn nach der Zeit, vom Wucher, vom Münzschlag, Viehkauf, vom Inhalt des Fasses." ... daß der arme, gemeine Mann nicht betrogen werde."In vielen Auflagen der "Ziffernrechnung" schickt Ries als "Hinwendung an den Leser" ein Gedicht voraus, das in der tiefen Überzeugung wurzelnd, Gott habe alles nach Maß, Gewicht und Zahl geordnet, den Leser zum Erlernen der Rechenkunst motivieren soll.
 

Zum Leser:
PITHAGORAS der sagt für war
/All ding durch zal wird offenbar
/Drum sih mich an
/ verschmeh mich nit
/Durchliß mich vor
/ das ich dich bitt.
Vnd merck zum anfang meine Lehr
/Zu Rechenßkunst dadurch dich ker.In Zal
/ in Maß
/ vnd in Gewicht
/All ding von Gott sind zugericht.
Ein Mensch dem Zal verborgen ist
/Leichtlich verfüret wird mit list.
Dis nim zu hertzen
/ bitt ich sehr
/Vnd jeder sein Kind Rechnen lehr
/Wie sichs gegen Gott vnd Welt verhalt
/So werden wir in ehren alt.

 


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